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Effizienz-Strategie

Aus Erlebnisraum Nachhaltige Entwicklung
Version vom 27. Februar 2014, 14:47 Uhr von Raymond Willems (Diskussion | Beiträge) (Erstellt)
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  Folgende Ausführungen sind der Publikation von Schweizer-Ries (2009) in leicht abgeänderter Weise entnommen:
  Schweizer-Ries, P. (2009). Ein Verhaltensmodell zum Umdenken und Umlenken.
  Nachhaltige Konsummuster aus umweltpsychologischer Sicht. In M. Müller (Hrsg).
  Nachhaltigkeit: Burnout eines revolutionären Anspruchs?
  Umwelt-Wirtschaft-Soziales: Zuspitzung eines Dauerkonflikts (101-116). Rehburg: Loccum.


Die Effizienzstrategie... ... zielt auf die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs durch den Einsatz effizienterer Geräte ab. Grundlegend ist die Annahme, dass die gleiche Dienstleistung, im Energiebereich z.B. das Kühlen, mit weniger Energieaufwand bewerkstelligt wird. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Energiesparlampe, die mit wesentlich weniger Energie die gleiche Lichtleistung wie eine konventionelle Glühbirne erbringen kann. Der reduzierte Energieverbrauch bei gleicher Energiedienstleistung wird im Wesentlichen durch technische Maßnahmen erreicht. Dass diese technische Massnahmen später auch anders bewertet werden können, sehen wir aktuell an der Diskussion um die Umweltverträglichkeit von Energiesparlampen und neuen Leuchtträgern wie LEDs.

Aus psychologischer Sicht interessiert hier vor allem, wie es zum Kauf der energieeffizienten Geräte kommt und was die Entscheidung dazu beeinflusst. Weiterhin hängt der Energiebedarf letztendlich davon ab, wie häufig das Gerät genutzt wird. So braucht eine Energiesparlampe über 24 Stunden genutzt selbstverständlich mehr Strom als eine Glühbirne, die immer nur für sehr kurze Zeiten zum Einsatz kommt. Zum energieeffizienten Verhalten gehört auch, dass Elektrogeräte ganz ausgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt werden, d.h. der Stand-by-Betrieb wird möglichst nicht genutzt.

Auch hier spielt der Wirklichkeitskonstruktionsprozess (siehe auch bei der Konsistenzstrategie) eine Rolle in dem Sinne, dass gesellschaftlich und individuell anerkannt werden muss, dass Energieverbrauchsreduzierung wichtig ist und dies über den Einsatz energieeffizienzsteigernde Geräte oder über bautechnische Maßnahmen. Im Realisierungsprozess kann zwischen einmaligem Verhalten (z.B. dem Kauf eines Energiespargerätes) und mehrmaligem Verhalten (z.B. Stoßlüftung im Gegensatz zur Dauerlüftung im Winter) unterschieden werden. Einmalige Verhaltensweisen lassen sich sehr gut mit der Theorie zur Diffusion von Innovation erklären (Rogers 1983), die vereinfacht dargestellt davon ausgeht, dass es InnovatorInnen gibt, welche eine Neuerung einbringen. Wenn sich die Neuerung bewährt, dann gibt es Personen, die diese Verhaltensweisen nachahmen. Mehrmalige Verhaltensweisen hingegen müssen eingeübt werden und erhalten sich am besten, wenn sie in Routinen und Gewohnheiten übergehen, z.B. das automatische Ausschalten des Lichtes beim Verlassen des Raumes oder die Benutzung des Fahrrads für den Weg zur Arbeit etc.

Das zentrale Problem der Energieeffizienzstrategie, die nicht beinhaltet, dass die Menschen mit weniger Energiedienstleistungen auskommen sollten, liegt darin, dass sie sogar Bedarfssteigerungen fördert. Der sog. Rebound Effekt(1) , der psychologisch damit erklärt werden kann, dass zahlreiche Energiespargeräte mit „gutem Gewissen“ angeschafft und genutzt werden und es damit nicht zu einer Reduzierung des Gesamtenergiebedarfs kommt, da immer mehr energieeffiziente Geräte immer zahlreicher genutzt werden, zu deren Herstellung noch zusätzlicher Energiebedarf entsteht.


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1 Der Rebound-Effekt besagt, dass Einsparungen, die z.B. durch effizientere Technologien entstehen, durch vermehrtere Nutzung und Konsum stets überkompensiert werden. So ist durch effizientere Ressourcennutzung bisher noch selten eine Umweltentlastung entstanden. Vielmehr wurden durch die effektivere Nutzung Produkte und Serviceleistungen erst zu günstigen Preisen möglich, was die Konsumspirale weiter beschleunigt hat.